Satzung

Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis e. V. Gegründet von Überlebenden der Frauenkonzentrationslager Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück Mitglied im Internationalen Ravensbrückkomitee Satzung Beschlossen auf der Jahrestagung am 26. August 1993 in Stuttgart, ergänzt auf der Mitgliederversammlung am 15.Oktober 1999 in Köln, ergänzt auf der Mitgliederversammlung am 02. Oktober 2005 in Ravensbrück geändert auf der Mitgliederversammlung am 20. November 2011

Präambel

Aufklärung über Faschismus und Krieg, Eintreten für die Menschenrechte und für Frieden, das sahen die ehemaligen Häftlinge der Frauenkonzentrationslager Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück, die sich in der Lagergemeinschaft Ravensbrück zusammengefunden hatten, als ihre vordringlichsten Aufgaben an. Während ihrer Tagung vom 23. – 26. August 1993 in Stuttgart haben die Mitglieder der Lagergemeinschaft beschlossen, ihre Organisation unter dem neuen Namen Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis e.V. für Familienangehörige der Opfer und für Menschen jüngerer Generationen zu öffnen. Damit betrauen sie jüngere Menschen mit der Fortsetzung ihrer Arbeit. Die Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis e.V. steht in der Tradition des antifaschistischen Widerstands der Jahre 1933 – 1945. Sie tritt ein für eine Welt des Friedens und der Freiheit.

§ 1 Name, Sitz, Geschäftsjahr

A. Der Verein führt den Namen „Lagergemeinschaft Ravensbrück/ Freundeskreis e.V.“ Die Kurzform lautet LGRF

B. Er hat seinen Sitz in Fürstenberg/Havel, Ravensbrück

C. Er ist ins Vereinsregister eingetragen

D. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr

E. Jedes Mitglied hat eine Mitgliedskarte

§ 2 Wirkungsbereich

A. Der Verein betätigt sich in der Bundesrepublik Deutschland

B. Regionale Gruppen können gebildet werden. Ihre Richtlinien dürfen der Satzung der Lagergemeinschaft Ravensbrück/ Freundeskreis e.V. nicht widersprechen

C. Der Verein ist korporatives Mitglied im Internationalen Ravensbrück-Komitee

§ 3 Vereinszweck

A. Wahrung des Vermächtnisses der Opfer des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, der Konzentrationslager Moringen, Lichtenburg und Uckermark.

a. Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg

b. Eine Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel

c. Kampf gegen das Vergessen, für Mahnen und Erinnern, gegen Nazismus und Neonazismus, Chauvinismus, Rassismus und Antisemitismus.

d. Gegen das Relativieren des Nationalsozialismus e. Zusammenarbeit mit allen Organisationen und Gruppen, die diese Ziele verfolgen und die Aufgaben der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V. unterstützen

B. Die Lagergemeinschaft wahrt das Recht der ehemaligen Häftlinge auf die Gestaltung der Gelände der früheren Konzentrationslager. Sie setzt sich ein für die Erhaltung der oben genannten Konzentrationslager als Mahn- und Gedenkstätten und arbeitet mit deren Institutionen zusammen.

C. Erhaltung der Lagergemeinschaft in ihrer weltanschaulichen, religiösen und ethnischen Vielfalt.

D. Solidarische Unterstützung für ehemalige Häftlinge der oben genannten Konzentrationslager.

E. Zusammenarbeit mit Lagergemeinschaften und Vereinigungen ehemaliger Verfolgter des Naziregimes im In-und Ausland , z.B. Entsendung von Delegationen.

F. Durchführung von Veranstaltungen zur Vermittlung der Geschichte der Frauenkonzentrationslager und der Verfolgung von Frauen – wie Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Filmveranstaltungen, Gedenk- und Studien-fahrten – unter Berücksichtigung aller Häftlingsgruppen.

G. Sammlung von Erinnerungsberichten, von Dokumenten und anderen Zeugnissen

a. über das Leben und die Verfolgung von Frauen im Nationalsozialismus;

b. über die physischen und psychischen Folgen der Inhaftierung;

c. über den Umgang mit den Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager nach 1945.

H. Die Lagergemeinschaft gibt die „ravensbrückblätter“/das Mitteilungsblatt heraus.

I. Der Verein dient unmittelbar und ausschließlich gemeinnützigen Zwecken im Sinne des § 52 der Abgabenordnung. Die Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke und unterhält keinen eigenen Geschäftsbetrieb. Die Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile in ihrer Eigenschaft als Mitglieder, auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es dürfen keine Personen durch Verwaltungsausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 4 Art der Vereinstätigkeit Die Vereinstätigkeit ist ausschließlich und unmittelbar auf die Erfüllung der im § 3 festgelegten Zwecke gerichtet.

§ 5 Mitgliedschaft

A. Der Verein hat ordentliche stimmberechtigte und fördernde, nicht stimmberechtigte Mitglieder.

B. Ordentliche Mitgliedschaft Die ordentliche Mitgliedschaft können erwerben: alle ehemaligen Häftlinge der Konzentrationslager Moringen, Lichtenburg, Ravensbrück und Uckermark sowie deren Hinterbliebene und alle Personen, welche bereit sind, den Vereinszweck zu fördern und in den Beschlussorganen mitzuarbeiten. Die Höhe des Mitgliedsbeitrags wird von der Mitgliederversammlung auf Vorschlag für mindestens zwei Jahre festgesetzt. Bis auf weiteres wird der Mitgliedsbeitrag in Form einer Jahresspende entrichtet.

C. Fördernde Mitgliedschaft: Fördernde Mitglieder können natürliche und juristische Personen und Personenvereinigungen werden, die durch Teilnahme an den in § 3 genannten Tätigkeiten bereit sind, die Ziele des Vereins zu unterstützen oder durch finanzielle Mittel den Vereinszweck zu fördern.

D. Die Mitgliedschaft wird erworben durch schriftliche Beitrittserklärung. Sie endet durch Austritt, Ausschluss oder Tod. Der Austritt muss schriftlich einen Monat vor Ablauf des Quartals erklärt werden. Bei satzungswidrigem Verhalten kann der Vorstand ein Mitglied ausschließen. Gegen den Ausschluss, der schriftlich erklärt und begründet werden muss, kann die oder der Betroffene innerhalb von vier Wochen Einspruch einlegen, über den die Mitgliederversammlung entscheidet.

E. Die Mitgliederversammlung kann Ehrenmitglieder des Vereins benennen. Die Mitgliederversammlung kann eine Ehrenvorsitzende ernennen. Die Ehrenvorsitzende hat Sitz und Stimme im Vorstand des Vereins.

§ 6 Organe

Der Vorstand Die Mitgliederversammlung

§ 7 Der Vorstand A . Der Vorstand setzt sich zusammen aus:

1. zwei Sprecher_innen

2. der Schriftführerin oder dem Schriftführer

3. der Kassiererin oder dem Kassierer

4. den Beisitzerinnen und/oder den Beisitzern

5. einem/r VertreterIn der RB’s/ des Mitteilungsblatts

B. Alle Vorstandsmitglieder werden von der Mitgliederversammlung in geheimer Wahl und in getrennten Wahlgängen gewählt. Gewählt ist, wer mindestens die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhält. Im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit.

C. Der Vorstand wird auf vier Jahre gewählt. Scheidet ein Vorstandsmitglied aus, findet eine Nachwahl durch die Mitgliederversammlung statt.

D. Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins. Vorstand im Sinne des § 26 des BGB sind: – die Sprecherinnen. – die Kassiererin oder der Kassierer. – die Schriftführerin oder der Schriftführer. – jeweils zwei Mitglieder dieses Gremiums vertreten gemeinschaftlich den Verein gerichtlich oder außergerichtlich.

E. Der Vorstand gibt sich eine Geschäftsordnung.

F. Vorstandssitzungen können öffentlich sein.

§ 8 Die Mitgliederversammlung

A. Alle zwei Jahre findet eine Mitgliederversammlung statt. Ihr obliegt die Annahme der Satzung bzw. eine Satzungsänderung. Änderungen, die vom Amtsgericht oder Finanzamt verlangt werden, aber nicht den § 3 betreffen, können vom Vorstand beschlossen werden. Der Mitgliederversammlung obliegt weiter die Entgegennahme des Rechenschaftsberichts, des Kassenberichtes, des Kassenprüfungsberichtes, die Entlastung des Vorstandes und die Wahl der Vorstandsmitglieder. Sie beschließt gegebenenfalls die Auflösung.

B. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist vom Vorstand einzuberufen, wenn das Interesse des Vereins dieses erfordert oder die Einberufung von einem Fünftel der Mitglieder schriftlich unter Angabe des Zwecks und der Gründe verlangt wird.

C. Mitgliederversammlungen sind vom Vorstand schriftlich bzw. per e-Mail und unter Angabe der Tagesordnung unter Einhaltung einer Frist von mindestens einem Monat (Poststempel) einzuberufen.

D. Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens ein Fünftel der ordentlichen Mitglieder anwesend ist. Bei Beschlussunfähigkeit ist der Vorstand verpflichtet, schnellstmöglich eine zweite Mitgliederversammlung mit der gleichen Tagesordnung einzuberufen. Diese ist ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig.

E. Die Mitgliederversammlung hat das Recht, allgemeine Richtlinien festzulegen (§ 3) und Aktionsvorschläge für den Vorstand auszuarbeiten.

F. Die Mitgliederversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit der Erschienenen. Satzungsänderungen benötigen eine Mehrheit von 2/3 der erschienenen Mitglieder.

G. Die in Mitgliederversammlungen gefassten Beschlüsse sind schriftlich niederzulegen und von zwei Vorstandsmitgliedern und dem Protokollführer in der Versammlung zu unterzeichnen.

§ 9 Kassenprüfung

A. Die Kassenprüfung besteht aus mindestens zwei Mitgliedern, welche von der Mitgliederversammlung gewählt werden.

B. Sie hat das Geschäftsgebaren des Vereins zu überprüfen. Ihr ist jederzeit Einsicht in die Kassenbücher zugewähren.

C. Sie legt den Kassenprüfungsbericht der Mitgliederversammlung vor.

§ 10 Mittel des Vereins

A. Die Mittel zur Erfüllung seiner Aufgaben(§ 3) erhält der Verein durch: 1. Mitgliedsbeiträge 2. Spenden 3. Erträge aus Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Sammlungen 4. Zuwendungen aus öffentlichen und privaten Mitteln

B. Über die Verwendung der Vereinsmittel entscheidet der Vorstand vorbehaltlich der Genehmigung der Mitgliederversammlung. Die Mittel dürfen nur für die im § 3 genannten Zwecke verwandt werden. Der § 4 ist dabei besonders zu beachten.

§ 11 Auflösung

Durch Beschluss von 3/4 aller Mitglieder kann der Verein aufgelöst werden. Das Vereinsvermögen der Lagergemeinschaft Ravensbrück/ Freundeskreis e.V. soll nach ihrer eventuellen Auflösung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN – BdA), Bundesorganisation mit Sitz in Berlin, zukommen, die das Vermögen ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwenden darf.