Erinnern an das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

11. Dezember 2021

Bericht über die Jahrestagungen der Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis und des Internationen Ravensbrück-Komitees

von Rosel Vadehra-Jonas

Der Text ist in gekürzter und veränderter Form bereits in der Nov./Dez-Ausgabe der Zeitung antifa der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) erschienen. Wir veröffentlichen hier die Originalfassung.

Im Jahre 2020 mussten sowohl das Internationale Ravensbrück-Komitee (IRK) als auch die Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis ihre Zusammenkünfte jeweils in Form von Videokonferenzen online durchführen. In diesem Jahr war es wieder möglich, unter Beachtung der Corona-Bestimmungen und mit Unterstützung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (MGR) reale Treffen zu organisieren.

Das Bild zeigt 16 Personen, die sich zu einem Gruppenfoto aufgestellt haben. Sie schauen in die Kamera und sind winterlich gekleidet. Die Personen gehören unterschiedlichen Altersgruppen an, viele von ihnen sind Senior*innen. Mehrheitlich sind es Frauen. Sie stehen am Ufer eines Sees. Wer die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück kennt, kann zuordnen, dass es sich dabei um den Schwedtsee handelt und dass sie auf dem Gelände der Mahn- und Gedenkstätte in der Nähe der Skulptur "Die Tragende" stehen. Das Foto wurde bei Sonnenschein aufgenommen.
Mitglieder des Internationalen Ravensbrück-Komitees während ihrer Tagung im September 2021 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
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Nachruf auf Dr. Ursula Krause-Schmitt

11. Dezember 2021

Eine weitere Weggefährtin hat uns für immer verlassen. Wir trauern um Ursula, die im vergangenen Monat überraschend verstorben ist.

Das Bild zeigt Dr. Ursula Krause-Schmitt. Es ist eine Ganzkörper-Aufnahme von ihr. Sie hat graue halblange Haare, trägt einen schwarzen Pullover und dazu einen geknoteten Schal in beige sowie eine Jeanshose und schwarze Schuhe. Sie sitzt in einem Rollstuhl, der auf einem Kiesweg steht. Im Hintergrund sind grüne Sträucher und Bäume. Ihr Blick ist ernst auf die Kamera gerichtet.

Ursula Krause-Schmitt mochte die Menschen, und die Menschen mochten sie.

Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945

So heißt es im Nachruf des Studienkreises Deutscher Widerstand, wo Ursula lange Jahre tätig war. Dieser Satz umfasst Ursulas Persönlichkeit gut: wo immer wir uns trafen, Ursula war präsent mit ihrer empathischen liebevollen Art, ihrem Humor, ihrem unaufdringlichem Wissen und ihrer Klarheit.

Auch wir als Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis haben Ursula viel zu verdanken. Seit 1995 war sie Mitglied, davon viele Jahre bis 2009 in der Vorstandsarbeit aktiv. In den letzten Jahren haben wir sie leider kaum noch bis gar nicht gesehen.

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Nachruf auf Heide Klages

11. Dezember 2021

Wir sind traurig und erschüttert über den für uns plötzlichen Tod von Heide. Sie war seit Beginn der Neunziger Jahre Mitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis.

Das Bild zeigt Heide Klages im Porträt. Sie trägt einen schwarzen Mantel, einen schwarzen Schal und eine schwarze Mütze. Unter der Mütze ragen ihre grauen Haare hervor. Sie hat eine Kurzhaarfrisur. Ihr Blick ist schräg nach unten gerichtet. Heide Klages ist in klaren Konturen zu erkennen, dahinter ist verschwommen ein Strauch und ein Stück Wiese, offenbar im Herbst oder Winter.

Nun ist sie am 03.11.2021, kurz vor ihrem 80. Geburtstag, von uns gegangen. Ein Mensch, der immer, immer da war, immer teilgenommen hat … und nun nicht mehr. Heides schmale Gestalt, immer schwarz gekleidet, mit ihrem typischen schicken Schmuck, ihrem wachen Blick unter kurzen grauen Haaren … so selbstverständlich für uns, dass sie dabei war und doch merken wir jetzt, wie wenig Persönliches wir von ihr wissen. Und dass wir uns nie vorgestellt haben, dass das mal anders sein könnte, sie irgendwann einmal nicht mehr dabei ist, obwohl wir um die Endlichkeit wissen.

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8. Mai – Tag der Befreiung

5. November 2021

Appell an die Abgeordneten des Europaparlaments

Beschlossen während der Tagung der Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis vom 15. – 16.10.2021 in Fürstenberg (Havel)-Ravensbrück

Die Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis e.V. (LGRF) ruft die Abgeordneten des Europaparlaments dazu auf, den 8. Mai europaweit als Tag der Befreiung zu deklarieren.

Die Mitglieder der Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis sind zutiefst besorgt über die politische und gesellschaftliche Situation in Europa: durch gewaltsamen Radikalismus und Extremismus verlieren unschuldige Menschen ihr Leben, rechtsextreme Gruppierungen erhalten Zulauf, politische Parteien am rechten Rand der Gesellschaft verzeichnen besorgniserregende Stimmengewinne, der Abbau von elementaren Grundrechten wie die Unabhängigkeit der Justiz oder die Pressefreiheit sind mancherorts kein Tabu mehr. Unser kürzlich verstorbenes Mitglied Esther Bejarano, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück, beschrieb die Situation mit den Worten „Das Haus brennt“.

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Dokumentarfilm „Geboren in Ravensbrück“

4. Oktober 2021

Wir freuen uns sehr, dass der Dokumentarfilm „Geboren in Ravensbrück“ über und mit Ingelore Prochnow im September 2021 endlich Premiere feiern konnte. Er wurde inzwischen in Hamburg und Bielefeld gezeigt. Weitere Filmvorführungen sind in Planung.

Weitblick auf zwei Personen, die durch eine breite Lücke in einer hohen Mauer gehen. Im Hintergrund sind Häuser und kahle Bäume. Im Vordergrund ist schwarzer Kies auf dem Boden. Für Personen, die das Gelände kennen, ist erkennbar, dass es sich bei dem Motiv um einen Teil der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück handelt.

Der Dokumentarfilm schildert die Geschichte eines der wenigen Kinder, die im KZ geboren wurden und die Zeit im KZ überlebt haben. Am 1. Dezember 1943 kam Ingelore Prochnows Mutter, im fünften Monat schwanger und gerade mal 19 Jahre alt, ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Der Grund ihrer Inhaftierung: „Verkehr mit einem Polen“. Im April des folgenden Jahres brachte sie ihre Tochter Ingelore zur Welt. Wie durch ein Wunder überlebte sie ein Jahr lang bis zur Befreiung im April 1945. Sie wuchs bei Adoptiveltern auf, erfuhr erst 40 Jahre später von den Umständen ihrer Geburt und machte sich auf die Suche nach ihrer Geschichte und nach möglichen Angehörigen. Ein Film, der diese Suche und die Geschichte nachvollzieht. Es geht um fehlende Erinnerungen, offene Fragen und das Erinnern ohne eigene Erinnerung.

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In Erinnerung an Esther Bejarano: Trauerfeier, Trauerrede und digitales Kondolenzbuch

29. Juli 2021

Am 18. Juli fand in Hamburg die Trauerfeier für Esther Bejarano statt, bei der mehrere Tausend Menschen von ihr Abschied nahmen. Wir veröffentlichen hier den Bericht des Auschwitz-Komitees über die Trauerfeier sowie die Trauerrede von Rolf Becker, die ebenfalls auf der Website des Auschwitz-Komitees zu finden ist. Dort gibt es darüber hinaus einige Videos von der Trauerfeier.

Außerdem möchten wir auf das digitale Kondolenzbuch für Esther Bejarano hinweisen. Die Gedenkseite, auf der alle, die möchten, Nachrichten hinterlassen können, ist hier zu finden: www.auschwitz-komitee.de/gedenkseite-esther-bejarano/

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Endlich: Gedenkkugel für die lesbischen Gefangenen in Ravensbrück

22. Juli 2021

Das Foto zeigt die Gedenkkugel vor einem Baumstamm. Neben der Gedenkkugel liegen Blumen in verschiedenen Farben. Eine Hand steckt gerade eine weitere Blume dazu.

Zum 77. Jahrestag der Befreiung wird im April 2022 die Gedenkkugel für die lesbischen Häftlinge in Ravensbrück und Uckermark offiziell eingeweiht. Die Gremien der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten haben dem entsprechenden Antrag letzte Woche zugestimmt. Zuvor hatte sich die Initiative „Autonome Feministische Frauen Lesben aus Deutschland und Österreich“ zusammen mit vielen weiteren Unterstützer_innen lange, intensiv und gegen einige Widerstände für das Gedenkzeichen eingesetzt.

Wir freuen uns, dass die Gedenkkugel nächstes Jahr nun endlich aufgestellt wird. Hier dokumentieren wir das Statement der „Autonomen Feministischen Frauen Lesben aus Deutschland und Österreich“ zusammen mit der Pressemitteilung der Gedenkstätte Ravensbrück vom 14. Juli 2021:

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„Hand in Hand – Solidarisch mit Herz und Verstand“

15. Juli 2021

Nachruf auf unsere Kameradin, Weggefährtin und Freundin Esther Bejarano

Das Foto zeigt Esther Bejarano in einer roten Winterjacke mit einem Headset vor einem Transparent.
Foto: Esther Bejarano bei einem Auftritt auf einer Kundgebung in Bielefeld im Jahr 2020

Esther Bejarano ist in der Nacht zum 10. Juli 2021 gestorben. Sie war als Antifaschistin und Kommunistin nicht nur eine der Mitbegründer_innen des Auschwitz-Komitees, seit den 80er Jahren gehörte sie auch der Lagergemeinschaft Ravensbrück in der BRD und späteren Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V. (LGRF) an. Sie war viele Jahre Mitglied des Vorstands der LGRF, hat Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Befreiung mitgestaltet und mit ihren Konzerten das Programm bereichert. Als wichtige Zeitzeugin hat sie in vielen Veranstaltungen und in Schulen über die Verbrechen des NS-Faschismus erzählt. Sie klagte an und nahm Stellung zu den aktuellen Ausgrenzungen von Geflüchteten, von Sinti*zze und Rom*nja, zum Erstarken der rechten Parteien und Gruppierungen, den Brandanschlägen in Mölln, Solingen und Lübeck, der fehlenden Aufarbeitung des NSU-Komplexes und vielem mehr. Im April 2021 konnten wir ein letztes Gespräch mit ihr zum Jahrestag der Befreiung in Ravensbrück führen (hier klicken, um zum Video dieses Gesprächs zu gelangen). Es ist sehr traurig und tut weh, eine langjährige Weggefährtin zu verlieren. Esther wird nicht nur in unseren Herzen weiterleben. Sie wird uns Vorbild und Verpflichtung für unsere weitere Arbeit sein.

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Wir trauern um Esther Bejarano

11. Juli 2021

Esther ist am 10. Juli 2021 gestorben. Sie wird sehr fehlen.

Wir dokumentieren hier zunächst die Mitteilung der Familie Bejarano und des Auschwitz-Kommitees sowie den Nachruf der VVN-BdA. Ein Nachruf der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis folgt in den kommenden Tagen.

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Befreiungsfeier 2021: Beiträge zum Gedenkort KZ Uckermark

27. April 2021

Sehr gerne dokumentieren wir hier im Nachgang der diesjährigen digitalen Befreiungsfeier auch noch vier Video-Beiträge der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark:

  • eine Rede der Initiative mit Bildern vom Gedenkort,
  • ein Interview mit Marek Barwikowski (Sohn der Uckermark-Überlebenden Łucja Barwikowska),
  • einen Redebeitrag von Ingelore Prochnow (Überlebende des KZ Ravensbrück und aktives Mitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis),
  • einen neu eingelesenen Text von Sieglinde Helmsdorf (Überlebende der NS-„Fürsorge“ und langjährige Mitstreiterin der Uckermark-Initiative).

Rede der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark

Als Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V. gedenken wir gemeinsam, wenn auch räumlich voneinander getrennt, der Ermordeten und Überlebenden der Konzentrationslager und des Vernichtungsorts. Ihr seid nicht vergessen!

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