Am 15. +16. Juni fand in Berlin eine Konferenz „Zweite Generation“ organisiert vom Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte statt.
Nach einer Einführung durch Dr. Jost Rebentisch und Herrn Günter Saathoff wurde in workshops gearbeitet.
Die Vertreterinnen der Lagergemeinschaft Gabi Mehmel und Jeanine Bochat leiteten den Workshop: “ Kinder von KZ Häftlingen – eine vergessene Generation“
und stellten dort das gleichnamige Buch der LGRF vor. Die 22 TeilnehmerInnen, unter ihnen viele aus der 2. oder 3. Generation, berichteten von ihren sehr unterschiedlichen Erfahrungen in den verschiedenen Gesellschaftsystemen und diskutierten angeregt über die Entstehung des Buches, die Inhalte und das mögliche Engagement an ähnlichen Projekten.
Konferenz „Zweite Generation“
18. Juni 2015
Die internationale Gemeinschaft ehemaliger Häftlinge des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück und Angehörige erklären aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung im April 2015
11. Juni 2015
Am Ende des Krieges wurden die Konzentrationslager des Naziregimes von den Alliierten befreit. Siebzig Jahre nach unserer Rettung aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück durch die Sowjetarmee haben wir uns hier am Ort unserer Leiden – am Schwedtsee bei Fürstenberg/Havel – erneut versammelt. Damals inhaftierte Frauen aus allen überfallenen Ländern Europas und aus Deutschland sind überein gekommen, sich an die Öffentlichkeit zu wenden: Unsere Gemeinschaft wurde in einer Zeit begründet, als einhundertdreißigtausend Frauen. Mütter und Kinder sowie zwanzigtausend Männer in Ravensbrück den Befehlen der SS in mehr als 150 Arbeitskommandos Sklavenarbeit unterworfen waren. Wir waren Hunger und Misshandlungen ausgesetzt und Zehntausende wurden ermordet. Die SS versuchte, uns gegeneinander aufzubringen: wegen unserer nationalen, sozialen, politischen oder religiösen Zugehörigkeit. Diesen Versuchen haben wir unsere Solidarität entgegengesetzt. Nur so konnten wir auch unter Terror eigene Würde bewahren. Viele unserer Gefährtinnen haben vor Gerichten der Alliierten Zeugnis über die Verbrechen in den Lagern abgelegt und so zur Aufklärung über das Naziregime beigetragen. Nach unserer Befreiung haben wir Überlebende den Kontakt zueinander gesucht, um die Geschichte von Ravensbrück zu dokumentieren und unsere Erfahrungen für die Zukunft zu bewahren. 1. Wir wollen die im Lager geschlossene internationale Freundschaft erhalten. Sie verbindet uns als ehemalige Insassen des Lagers und deren Angehörige, ohne Unterschied der Nationalität, der politischen Meinung, der Herkunft oder der Religion. 2. Wir bemühen uns, zur Verständigung zwischen den Völkern beizutragen. Unsere Ravensbrücker Erfahrung ist die eindringliche Warnung, was Frauen, Männer und Kindern durch Terror, Antisemitismus, Krieg und Völkermord angetan wird. 3. Mit Hilfe ehemaliger Häftlinge aus vielen Ländern wurde am Ort unseres Widerstehens und unserer Leiden eine Mahn- und Gedenkstätte errichtet. In anderen Ländern sind auf Initiative von Ravensbrückerinnen Gedenkorte entstanden: so in Amsterdam, Brüssel, Budapest, Barcelona, Lidice, Paris, Warschau. Die Ideale des europäischen Widerstands sollen hier und anderswo kommenden Generationen weiterhin vermittelt werden. 4. Dokumente, Zeugnisse, Gedichte, Lebensgeschichten und Berichte sollen zur Aufklärung als Geschichte des Frauen-Konzentrationslagers erhalten bleiben und ergänzt werden. Das hinterlassene Wissen muss vor Verfälschungen geschützt werden. 5. Die Erinnerung an Ravensbrück muss international bleiben. Überlebende haben sie in alle Ländern der Welt getragen. 6. Der Aufruf der Frauen aus Ravensbrück gehört zur Stimme aller Frauen der Welt, die sich für Frieden und Freiheit einsetzen. Unser Widerstand gegen ein Aufleben von Nationalismus und Faschismus muss fortgeführt werden. Kriege sind nicht aus der Weltgeschichte verschwunden und schmerzen erneut tief die Völker. Wir Überlebenden und Angehörigen von Ravensbrückerinnen haben das Recht auf Mahnung und unsere Geschichte nimmt uns dazu in die Pflicht. Menschen in der Welt hört unseren Ruf: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! Nie wieder Ravensbrück! Unsere und Eure Wachsamkeit muss ewig bleiben! Hiermit gebe ich meine Zustimmung zum „Vermächtnis Ravensbrück 2015“ und bin mit der Veröffentlichung meines Namens einverstanden Ja/nein Name, Vorname Land Zeit in Ravensbrück Angehöriger Bitte diese Unterschrift dem Internationalen Ravensbrück-Komitee übergeben oder einsenden an: Bärbel Schindler-Saefkow, D-10249 Berlin, Platz der Vereinten Nationen 7 oder Fax: 0049-30-42017338 oder saefkow-berlin@t-online.de
Vorstandssitzung
11. Juni 2015
vom 10. bis 12. August findet in Ravensbrück im Haus der Lagergemeinschaft unsere nächste mitgliederoffene Vorstandssitzung statt.
Vorstandssitzung
27. April 2015
die nächste Vorstandssitzung findet vom 9. bis 11. Juni 2015 in Ravensbrück statt. Gäste sind herzlich willkommen.
70. Jahrestag
19. April 2015
Das von der Lagergemeinschaft anlässlich des 70.Jahrestages veranstaltete Programm fand grosse Zustimmung und rege Teilnahme. Wir danken dafür allen fleißigen Helferinnen, Helfern, Spenderinnen und Spendern, hier seien nur einige Beispile genannt: die Bielefeler Freundinnen, die Beziksbürgermeisterin von Berlin Tempelhof-Schöneberg, der Verein der Bundestagsfraktion Die Linke e.V. und viele andere.

Die Straße des Erinnerns
18. April 2015
Das Konzert mit Django Reinhardt und Band sowie unseren Ehrengästen Ilse und Charlotte
17. April 2015
IRK Tagung
17. April 2015
vom 14. – 16. April tagte das Internetionale Ravensbrück Kommitee in Templin. Die Vertreterinnen aus 10 Ländern berichteten von ihren zahlreichen Aktivitäten. Es folgten angeregte Diskussionen zu den aktuellen Situationen der einzelnen Länder. Das IRK verabschiedete zum 70. Jahrestag folgende Resulution: Botschaft der Überlebenden von Ravensbrück an die künftigen Generationen Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück wenden sich die Überlebenden des Lagers an die zukünftigen Generationen. Wir, die Überlebenden wollen die Solidarität und die Freundschaft aufrechterhalten, die im Lager geboren wurden. Sie verbinden uns und unsere Familien unabhängig von Nationalität, politischer Meinung und Religion. Wir erinnern auch an 123.000 Frauen und Kinder und an 20.000 Männer, die vom Naziregime zwischen 1938 und 1945 nach Ravensbrück und in mehr als 150 Nebenlager gebracht wurden. Jedes dieser Nebenlager hatte seine Geschichte. Jede dieser Geschichten muss bekannt sein. Viele der Häftlinge sind verhungert, erfroren, wurden erschlagen, starben infolge unmenschlicher Arbeitsbedingungen, durch Hinrichtungen oder ermordet in der Gaskammer. Heute ist das Gelände des Häftlingslagers Ravensbrück quasi leer. Es ist unmöglich, sich die Abscheulichkeiten, vorzustellen, die sich hier ereignet haben. Die wenigen Überreste und Gedenkorte sind unzureichend. Nur die vorhandenen Ausstellungen bringen das Andenken an die ehemaligen Häftlinge in Erinnerung. Wir, die Überlebenden, legen Zeugnis ab vom Alltag im Lager und in den Nebenlagern. Diese Erinnerung darf nicht mit uns sterben. Auch wenn uns nicht mehr viel Zeit zur Verfügung steht, ist es doch unsere Aufgabe, diese Erinnerung weiterzugeben, damit sie als Mahnung erhalten bleibt. Unsere Nachkommen müssen unsere Arbeit fortsetzen. Wir fordern die Jugend auf, unseren Kampf fortzusetzen – gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte und tolerante Welt, für eine Welt, in der es keinen Platz gibt für Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. „Unsere Aufgabe zur Achtsamkeit muss uneingeschränkt sein. Das Böse kann jeden Moment zurückkehren. Es lauert überall und wir müssen handeln, solange es noch Zeit ist, das Schlimmste zu verhindern.“ (Germaine Tillion) Übersetzung aus dem Französischen Ravensbrück, im April 2015 Am Ende der Tagung fand die Amtsübergebe der langjährigen Päsidentin Annette Chalut, welche aus Altersgründen die Leitung des IRK’s niederlegte, an die neu gewählte Präsidentin Eva Bäckerova statt.
Fotos Monique Coté

















